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Stadtnews

Düsseldorfer Frankreichfest

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www.duesseldorfer-frankreich-fest.de

7, 8, 9. Juli 

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Das Frankreichfest Düsseldorf (französisch: La grande fête française) ist eine von der Wirtschaftsvereinigung Destination Düsseldorf Veranstaltungs GmbH organisierte touristische Großveranstaltung, die neben der Steigerung der Attraktivität der Landeshauptstadt Düsseldorf[1] die kulturellen, wirtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu Frankreich vertiefen soll. Seit 2001 wird das Event jährlich zeitnah zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli rund um das Düsseldorfer Rheinufer und Rathaus veranstaltet. Es hatte 2013 angeblich mehr als 100.000 Besucher und wäre somit das größte Fest seiner Art in Deutschland.[2][3] Ehrengäste waren 2013 der französische Botschafter Maurice Gourdault-Montagne und die Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft.

Das Programm besteht aus einem Markt mit französischen Produkten, einer gastronomischen Zeile am Rheinufer mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot, einem umfangreichen Kulturprogramm und einer Oldtimerrallye namens Tour de Düsseldorf.[4] Das Fest dauert drei Tage und geht von Freitag bis Sonntag.

Auf dem 15. Frankreichfest, das nach Angaben des Veranstalters mit einer Beteiligung von „weit über 100.000 Besuchern“ einen neuen Rekord aufstellte,[5] posierte die Performance-Künstlerin Milo Moiré auf dem Burgplatz unbekleidet für ein „Nackt-Selfie“. Als Hintergrund ihrer Aufnahme nutzte sie die dort aufgestellte 15 Meter große Nachbildung des Eiffelturms.[6] Das 15. Frankreichfest kostete fast eine halbe Million Euro und die Zahl seiner Stände stieg von 85 auf 98.[7] Beim 16. Frankreichfest, das vom 8. bis 10. Juli 2016 stattfand und laut Presse von ebenfalls über 100.000 Personen besucht wurde, gab der Veranstalter bekannt, dass sich im Jahr 2017 auch das Fürstentum Monaco an dem Fest beteiligen wolle.[8]
Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eine Reihe historischer Gegebenheiten beleuchtet die Verflechtungen, die Düsseldorfs Geschichte mit Frankreich verbinden:

16. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Um Frankreich in der Erbfolgefrage um das Herzogtum Geldern und die Grafschaft Zutphen auf seine Seite zu ziehen, heiratete Wilhelm der Reiche von Jülich-Kleve-Berg 1541 in Châtellerault die erst 13-jährige Nichte Franz’ I.Jeanne d’Albret.[9] Dieser heiratspolitische Schritt erbrachte aber nicht das erhoffte Eingreifen Frankreichs zugunsten Jülich-Kleve-Bergs und verhinderte nicht, dass Wilhelm im Streit um die Ausdehnung seines Herrschaftsgebiets dem römisch-deutschen Kaiser Karl V. schließlich unterlag und 1543 den Vertrag von Venlo unterschreiben musste. Wilhelms Ehe mit Jeanne d’Albret wurde 1545 wegen Nichtvollzugs annulliert. 1546 schloss Wilhelm die im Vertrag von Venlo angebahnte Ehe mit Maria von Österreich, der Tochter des 1531 erwählten römisch-deutschen Königs Ferdinand.

17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Anlässlich des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits drohte Frankreichs Parteinahme für die Fürsten der Protestantischen Union den Konflikt um die Erbmasse Jülich-Kleve-Bergs zu einem großen europäischen Krieg auszuweiten. Niederländische und französische Einheiten unter dem Kommando von Moritz von Oranien und Claude de La Châtre planten bereits, die Landesfestung Jülich der Katholischen Liga zu entreißen, als der französische König Heinrich IV. am 14. Mai 1610 einem Attentat zum Opfer fiel. Unter der Regentin Maria de’ Medici zog es Frankreich wenig später vor, sich aus dem Konflikt zurückzuziehen. Dies wiederum animierte den neuburgischen Erbprinzen Wolfgang Wilhelm, durch Heirat der bayerischen Prinzessin Magdalene die Seiten zu wechseln, sich zum katholischen Glauben zu bekennen, der Katholischen Liga beizutreten und dadurch die Länder Jülich-Berg für die Linie Pfalz-Neuburg zu sichern. Für die Bewohner dieser Länder hatte das zur Folge, dass die protestantischen Bekenntnisse dort fortan unterdrückt und die katholische Kultur im Zuge einer umfassenden Rekatholisierung und Gegenreformation gefördert wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg griffen Truppen des französischen Königs Ludwigs XIII. erneut auf protestantischer Seite in die Auseinandersetzungen ein. Unter Marschall Jean Baptiste Budes de Guébriant konnten sie die katholischen (kaiserlichen und kurkölnischen) Streitkräfte 1642 in der Schlacht auf der Kempener Heide besiegen. Nicht nur Kurköln sondern auch die Herzogtümer Jülich-Berg fielen so vorübergehend unter ihre Kontrolle.

Weil die kurpfälzische Hauptstadt Heidelberg 1693 im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekriegs durch die Truppen Ludwigs XIV. zerstört worden war, konnte Düsseldorf zur Hauptresidenz des Kurfürsten Johann Wilhelm aufsteigen. Die damit verbundenen höfischen und staatlichen Funktionen begünstigten die Entwicklung der Stadt maßgeblich. Militärische Bedrohungen, die besonders von Frankreich ausgingen, führten zum Bau einer neuzeitlichen Stadtbefestigung nach französischen und italienischen Vorbildern.
Im Spanischen Erbfolgekrieg, in dem der Neffe des Kurfürsten Johann Wilhelm, Erzherzog Karl, den Anspruch des Hauses Habsburg auf den spanischen Königsthron verfocht, verteidigten die französischen Garnisonstruppen des Marquis de Blainville unter dem Oberkommando von Marschall Camille d’Hostun de la Baume, duc de Tallard, 1702 das kurkölnische Kaiserswerth, heute Stadtteil von Düsseldorf, gegen die kurpfälzischen Truppen Johann Wilhelms und seiner niederländischenbraunschweigischen und brandenburg-preußischen Verbündeten. Burg, Stadt und Festung wurden nach einer mehrwöchigen Belagerung eingenommen und völlig zerstört.

1758 war Düsseldorf während des Siebenjährigen Krieges, in dem Frankreich im Rheinland gegen eine Allianz aus deutschen und britischen Truppen focht, in die Ereignisse um die Schlacht bei Krefeld verwickelt. Während dieses Krieges wurde Düsseldorf zwischen 1759 und 1762 von französischen Truppen besetzt und von ihrem Marschall Louis-Georges-Erasme de Contades als Hauptquartier genutzt.

Vor allem im 18. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufklärung, gaben französische Sprache, Literatur und Kultur dem geistigen Lebens Düsseldorfs wichtige Impulse, etwa den Brüdern Johann Georg und Friedrich Heinrich Jacobi. Besonders die Architektur des Barock und Spätbarock in Düsseldorf zeigt französische Einflüsse, z. B. das Schloss Benrath oder das Schloss Jägerhof. Die Gemäldegalerie Düsseldorf war in dieser Zeit eine Sehenswürdigkeit auch französischer Besucher, etwa der späteren französischen Könige Ludwig XVIII. und Karl X., die Frankreich verlassen hatten, um der Revolution, der Terrorherrschaft und der Guillotine zu entgehen.

Im Zuge des Ersten Koalitionskriegs wurde Düsseldorf am 6. Oktober 1794, wenige Tage nach der Zweiten Schlacht bei Aldenhoven, vom linksrheinischen Ufer aus von französischer Artillerie beschossen. Dabei geriet in der folgenden Nacht auch das Düsseldorfer Schloss in Brand und wurde zerstört. 1795 erschienen französische Truppen unter Claude-Juste-Alexandre Legrand erneut und besetzten die Stadt, nachdem die kurpfälzischen Truppen kampflos kapituliert hatten.[10]

Der zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich am Ende des Zweiten Koalitionskrieges besiegelte Friede von Lunéville bestimmte 1801 nicht nur die Abtretung des linken Rheinufers einschließlich der heute linksrheinischen Stadtteile Düsseldorfs an Frankreich, sondern verlangte auch, dass die demolierte Düsseldorfer Stadtbefestigung nicht wiederhergestellt werden durfte. Dies führte – noch unter Kurfürst Maximilian Joseph von Kurpfalz-Bayern – zum Beginn städtebaulicher Umgestaltungen, etwa zur Anlage eines Kanals, des Stadtgrabens, und einer Esplanade, der heutigen Königsallee.

1805 erkannte der Kurfürst, dass er durch vertragliche Zugeständnisse an Frankreich die Königswürde erreichen und sein Land zum Königreich Bayern erheben konnte. Im Bogenhausener Vertrag vom 25. September 1805 schloss er ein Geheimbündnis mit Frankreich. Er ließ seine Truppen in Böhmen gegen Österreich kämpfen, was dem französischen Kaiser Napoleon half, in der Schlacht von Austerlitz Österreich und Russland zu besiegen. Auf der Grundlage des Friedens von Pressburg und des Vertrags von Schönbrunn ließ sich Maximilian Joseph auf einen Ländertausch ein, bei dem er die Souveränität über das Herzogtum Berg dem französischen Kaiser überließ. Zum Ausgleich erhielt Maximilian Joseph vom Königreich Preußen das Land Ansbach-Bayreuth und die französische Anerkennung seines Königtums.

Napoleon übertrug das Herzogtum Berg seinem Schwager Joachim Murat, dem Gemahl seiner Schwester Caroline. Bei seinem Einzug am 24. März 1806 ließ sich Murat auf dem Düsseldorfer Marktplatz als neuer Landesherr huldigen. Da Caroline mit der herzoglichen Anrede „Hoheit“ nicht zufrieden war, wurde das Herzogtum im Sommer 1806 bei der Schaffung des Rheinbundes, eines deutschen Staatenbundes unter dem Protektorat Napoleons, kurzerhand zum Großherzogtum Berg erhoben. Caroline und Joachim Murat gebührte somit die großherzogliche Anrede „Königliche Hoheit“. Während seiner Düsseldorfer Aufenthalte residierte Murat im kurpfälzischen Statthalterpalais an der Mühlenstraße oder auf Schloss Benrath. In seiner Pariser Stadtresidenz, dem Élysée-Palast, ließ sich Großherzog Joachim von Antoine Charles Horace Vernet 1806 eine Ansicht des Schlosses Benrath als Wandgemälde anbringen. Am 15. Juli 1808 wechselten Caroline und Joachim Murat auf den Thron des Königreichs Neapel und Kaiser Napoleon höchstselbst übernahm die Regentschaft über das Großherzogtum Berg. Bei dem Versuch, Berg zu einem Modellstaat zu entwickeln, ließ sich Napoleon von Pierre-Louis Roederer, Minister für das Großherzogtum in Paris, und von Jacques Claude Beugnot, Kaiserlicher Kommissar zu Düsseldorf, unterstützen.

1811 besuchte Napoleon Düsseldorf, damals die festlich geschmückte bergische Hauptstadt. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis kreierte Roederer den Begriff Klein-Paris als Synonym für Düsseldorf.[11] Der Kaiser, dem die bergische Regierung durch den Architekten Adolph von Vagedes nach dem Vorbild des Arc de Triomphe einen hölzernen Triumphbogen mit der Inschrift DIVO NAPOLEONI MAGNO IMPERATORI ET REGI, VICTORI INVICTO GENTIUMQUE PROTECTORI (deutsch: Dem göttlichen Napoleon, dem großen Kaiser und König, dem unüberwindlichen Sieger und Beschützer der Völker) errichtet hatte, dekretierte nach seinem Besuch die Verschönerung der Stadt. Zu den beschlossenen Maßnahmen zählten der Wiederaufbau des Schlosses als Universität und der Ausbau des Hofgartens, wo noch heute der Napoleonsberg und die Kaiserstraße an den Regenten des Großherzogtums Berg erinnern. Napoleon ließ die erste Düsseldorfer Gewerbemesse organisieren, eine Vorläuferin der Messe Düsseldorf. Er ließ den Code civil einführen, der unter anderem zur rechtlichen Emanzipation der Düsseldorfer Juden führte und der als „Rheinisches Recht“ das Zivilrecht am Rhein bis 1900 prägte.
 

Quelle Auszug Text 

Wikipedia

 



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